Welches Limit gilt: Anhang oder ganze Nachricht?
E-Mail-Limits messen nicht alle dasselbe. Manche begrenzen die Summe der Dateien, die du anhängst, so wie sie auf deinem Gerät gespeichert sind. Andere begrenzen die komplette Nachricht. Dazu gehören die Anhänge in ihrer kodierten Form, dein Text, eingefügte Bilder und technische Kopfzeilen. Außerdem können dein eigenes Postfach und der Mailserver des Empfängers jeweils eigene Grenzen haben. Deine E-Mail muss beide einhalten.
Gmail: 25 MB für alle Anhänge zusammen
Laut der Gmail-Hilfe: Dateianhänge mit Gmail-Nachrichten versenden gilt für private Konten eine Grenze von 25 MB für alle Anhänge zusammen. Das sind nicht 25 MB pro Datei. Zwei PDFs mit je 15 MB liegen also schon darüber, obwohl jede einzelne deutlich kleiner ist. Wird die Grenze überschritten, ersetzt Gmail die Anhänge automatisch durch einen Google Drive-Link. In Arbeits- oder Schulkonten mit Google Workspace legt der Administrator die Grenzen fest. Dort zählen die Vorgaben deiner Organisation. Mit wie vielen Byte Google ein MB rechnet, steht in der Hilfe nicht. Liegt deine Summe sehr knapp an 25 MB, plane deshalb etwas Abstand ein.
Warum Outlook andere Zahlen meldet als Gmail
„Outlook“ ist kein einzelnes Postfach mit einer festen Grenze. Microsoft nennt je nach Produkt unterschiedliche Werte, und diese Werte messen verschiedene Dinge. Für Outlook.com gilt laut der Microsoft-Hilfe zu Outlook.com eine Grenze von 25 MB für die gesamte E-Mail, einschließlich Text und eingefügter Dateien. Für das klassische Outlook-Programm mit Internet-Konten beschreibt Microsoft Learn: Outlook-Fehler bei zu großen Anlagen einen Standardwert von 20 MB für Anlagen insgesamt. Bei Exchange-Konten zählt das Limit, das auf dem Server eingestellt ist. Gmail und Outlook widersprechen sich also nicht, sie beziehen sich auf andere Konten und andere Bezugsgrößen. Auch die gleiche Zahl 25 MB bedeutet bei Gmail und Outlook.com nicht dasselbe. Nutzt du ein Firmen- oder Schulkonto, frag am besten die IT, welche Grenze für dein Postfach gilt.
So findest du die Zahl, gegen die du vergleichst:
- Stell fest, von welchem Konto du sendest: privat oder über Arbeit oder Schule, im Browser oder in einem Mailprogramm.
- Lies nach, ob die Grenze eine einzelne Datei, alle Anhänge zusammen oder die ganze Nachricht betrifft.
- Prüf, ob der Empfänger selbst etwas vorgibt, etwa in einer Stellenanzeige, einem Anschreiben oder einer Fehlermeldung zu einer früheren E-Mail.
- Notier jede Grenze zusammen mit ihrer Bezugsgröße. Deine Nachricht muss alle davon gleichzeitig einhalten.
Warum ein Anhang in der E-Mail größer erscheint
Die PDF auf deinem Gerät wird durch das Anhängen nicht größer. Für den Versand wird sie aber in Textzeichen umgeschrieben, weil der E-Mail-Transport auf Text ausgelegt ist. Üblich ist dafür Base64, beschrieben in IETF RFC 2045: Base64 Content-Transfer-Encoding. Dabei werden je 3 Byte der Datei zu 4 Zeichen. Eine angefangene letzte Gruppe wird mit Füllzeichen auf 4 Zeichen ergänzt. Die kodierten Zeilen dürfen höchstens 76 Zeichen lang sein, und jeder Zeilenumbruch kostet 2 weitere Byte. Rund um den Anhang kommen noch die Kopfzeilen der Nachricht, dein Text und die MIME-Grenzen hinzu, die die einzelnen Teile voneinander trennen.
Base64 ist eine reine Umschreibung und keine Verschlüsselung. Wird gültiges Base64 korrekt dekodiert, entstehen daraus wieder genau dieselben Byte wie in deiner PDF. Einen festen Prozentaufschlag, der für jede E-Mail stimmt, gibt es nicht, denn Text und Kopfzeilen sind von Nachricht zu Nachricht verschieden. Den Anteil, der direkt vom Anhang stammt, kannst du aber genau ausrechnen.
Warum werden 4,9 MB im Postausgang zu über 6 MB?
Genau dieser Effekt kann erklären, warum eine Datei etwa 4,9 MB anzeigt, die E-Mail im Postausgang aber über 6 MB. Im hypothetischen Beispiel oben entsteht aus angenommenen 4.900.000 Byte schon ohne Text und Kopfzeilen ein kodierter Anhang von 6.705.266 Byte, also rund 6,7 MB. Die PDF selbst hat sich dabei nicht verändert.
Bei einer echten Nachricht bleiben zwei Punkte offen. Erstens hängt es vom Programm ab, ob „4,9 MB“ genau 4.900.000 Byte bedeuten oder mit 1.048.576 Byte pro MiB gerechnet wurde. Den Unterschied kannst du unter Dateigrößen-Einheiten prüfen nachrechnen. Zweitens entscheidet erst das tatsächlich geltende Limit, ob 6,7 MB zu viel sind.
Beispiel: Zwei kleine Anhänge in einer E-Mail
Ein Rechenbeispiel mit zwei Anhängen zu je 58 Byte und 20 Zusatzbytes, voreingestellt mit Zeilenumbrüchen und einem Limit von 200 Byte. Es wird keine Datei hochgeladen und keine E-Mail gesendet.
Bitte gib eine positive ganze Zahl in Byte ein.
Originalgröße
116 ByteBase64-Daten
160 Byte- Zeilenumbrüche
- 8 Byte
- Zusatzbytes
- 20 Byte
- Geschätzte Größe
- 188 Byte
Rechnung160 + 8 + 20 = 188 Byte
Für jede Zeile mit bis zu 76 Zeichen kommen 2 Byte für den Zeilenumbruch (CRLF) hinzu, auch nach der letzten Zeile jedes Anhangs.
| Anhang | Originalbytes | Base64-Bytes | Füllzeichen (=) | Zeilenumbrüche (Anzahl) | Umbruchbytes |
|---|---|---|---|---|---|
| Anhang 1 | 58 | 80 | 2== | 2 | 4 |
| Anhang 2 | 58 | 80 | 2== | 2 | 4 |
| Summe | 116 | 160 | 8 |
Vergleich mit einem Limit
- Was wird verglichen?
- Geschätzte Nachricht
- Verglichener Wert
- 188 Byte
- Limit
- 200 Byte
Innerhalb des Limits
Spielraum: 12 Byte.
Der Vergleich zeigt nur, ob die Zahl zum eingetragenen Limit passt. Ob der Versand klappt, hängt vom tatsächlich geltenden Limit und von der vollständigen Nachricht ab. Kopfzeilen, Text und MIME-Struktur sind nur über deine Zusatzbytes enthalten, und zwar als Annahme, nicht als gemessener Wert.
PDF verkleinern und Nachricht berechnen
Je nach Grenze aus dem ersten Schritt vergleichst du am Ende die Byte der gespeicherten Datei oder die Byte der kodierten Nachricht. Der Ablauf ist in beiden Fällen gleich: Erst verkleinerst du die echte Datei, dann rechnest du mit ihren tatsächlichen Byte.
- Wähle im Kompressor unter PDF vor dem Versand komprimieren mit „PDF auswählen“ die ursprüngliche PDF aus, nicht eine schon verkleinerte Kopie. Möglich sind Dateien bis 50 MiB (52.428.800 Byte). Die Verarbeitung läuft in deinem Browser, die Datei wird dafür nicht auf einen Verarbeitungsserver hochgeladen. Dein Original bleibt unverändert.
- Starte mit dem Verfahren „Ausgewogen“. Reicht das nicht, versuch „Kleinere Datei“. Dabei können eingebettete Bilder stärker neu komprimiert werden. „Verlustfreie Optimierung“ ändert nur den inneren Aufbau, ohne die Bildqualität absichtlich zu verändern, und spart dafür oft weniger. Bringt kein Verfahren eine Ersparnis, bekommst du das Original zurück.
- Hast du eine feste Zahl, öffne PDF auf Zielgröße verkleinern und wähle dort über „PDF auswählen“ erneut deine ursprüngliche PDF aus, denn Datei und Ergebnis aus dem Kompressor werden nicht übernommen. Auch hier gilt die Grenze von 50 MiB pro Datei. Trag dann deine Zielgröße ein; das Ergebnis zeigt „Ziel erreicht“ oder „Ziel nicht erreicht“. Seiten werden dafür nicht abgeschnitten. Gilt dein Limit für die ganze Nachricht, setz das Ziel deutlich unter das Limit, weil die Kodierung noch hinzukommt.
- Vergleiche „Original“ und „Ergebnis“ Seite für Seite mit „Vorherige Vergleichsseite“ und „Nächste Vergleichsseite“. Speichere danach das Ergebnis. Kleine Schrift, Tabellen, Stempel und Unterschriften sollten gut lesbar bleiben.
- Trag die genaue Bytezahl der gespeicherten Datei und jedes weiteren Anhangs einzeln unter Anhang und Nachrichtengröße berechnen ein. Die Bytezahl findest du in den Dateieigenschaften deines Geräts.
- Willst du gegen eine Grenze prüfen, setz dort zuerst den Haken bei „Mit einem Größenlimit vergleichen“. Trag dann die Grenze mit Einheit ein und wähle die passende Bezugsgröße: Für eine Grenze wie die von privatem Gmail nimmst du „Summe der Originalanhänge“, für eine Grenze wie die von Outlook.com „Geschätzte kodierte Nachricht“. Der voreingestellte Wert von 25 MB ist nur ein Startbeispiel, ersetz ihn durch deine echte Grenze. Für Text und Kopfzeilen kannst du einen angenommenen Zuschlag in Byte eintragen. Voreingestellt ist 0; willst du keinen Zuschlag ansetzen, lass diese 0 stehen, statt das Feld zu leeren.
Trag mehrere Anhänge immer einzeln ein, statt ihre Größen vorher zusammenzuzählen. Jede Datei wird für sich kodiert und bekommt eigene Füllzeichen und Zeilenumbrüche. Rechnest du die Summe als eine einzige Datei, kann deshalb ein etwas abweichender Wert herauskommen.
Digital signierte oder zertifizierte PDFs und PDFs mit Passwortverschlüsselung nimmt der Kompressor nicht an. Eine eingescannte, sichtbare Unterschrift ist für sich genommen keine digitale Signatur.
Dieselbe Datei kann also unter der einen Grenze bequem passen und unter der anderen deutlich zu groß sein. Verkleinere deshalb nicht pauschal auf eine runde Zahl wie 10 MB. Klär zuerst die Bezugsgröße, dann die Zahl.
Kann ich mit dem Rechner garantieren, dass die E-Mail ankommt?
Nein. Der Rechner arbeitet mit den Größen, die du einträgst, und mit dem Zuschlag, den du selbst annimmst. Er baut keine vollständige E-Mail nach, verschickt nichts und kennt den Mailserver des Empfängers nicht. Ein bestandener Vergleich bedeutet nur, dass deine Zahl die ausgewählte Grenze nicht überschreitet; ein Wert genau auf der Grenze gilt im Rechner als passend. Verlangt der Empfänger „unter 5 MB“, wähl deshalb eine etwas niedrigere Zahl. Prüfst du gegen eine Grenze für die ganze Nachricht und liegst sehr knapp, gibt dir ein selbst gewählter Abstand mehr Spielraum für Text und Kopfzeilen, die du nicht genau kennst. Bei einer Grenze nur für die Originalanhänge brauchst du dafür keinen Puffer.
Wenn ein Link besser passt
Manchmal lässt sich eine PDF nicht weit genug verkleinern, ohne unlesbar zu werden. Oder mehrere Dokumente zusammen überschreiten die Grenze. Dann kann ein Link zur Datei der bessere Weg sein, sofern der Empfänger Links akzeptiert. Manche Empfänger, etwa bei Bewerbungen, verlangen ausdrücklich einen Anhang. Halte dich in diesem Fall an ihre Vorgabe.
Wann Gmail einen Drive-Link verschickt
In einem privaten Gmail-Konto passiert das automatisch: Liegen die Anhänge zusammen über 25 MB, fügt Gmail statt der Dateien einen Google Drive-Link ein. Damit der Empfänger die PDF öffnen kann, braucht er Zugriff darauf. Laut Google: Send Google Drive attachments in Gmail weist Gmail darauf hin, wenn einem Empfänger die Berechtigung fehlt. Welche Freigaben möglich sind, kann außerdem von den Regeln deiner Organisation abhängen. Gib eine persönliche oder vertrauliche PDF nur für die Personen frei, die sie bekommen sollen, statt sie für jeden mit dem Link zu öffnen. Ein zugestellter Link bedeutet auch nicht, dass der Empfänger Cloud-Links annimmt. Manche Arbeitgeber erlauben das nicht.
Diese Website speichert keine Dateien für dich und verschickt keine E-Mails. Den Link erstellst du über deinen Mail- oder Cloud-Anbieter.
Weitere Wege, wenn die PDF zu groß bleibt
- Neu erzeugen statt weiter pressen: Stammt die PDF aus einem Textprogramm, kann ein neuer Export eine kleinere Datei ergeben. Bei Scans hilft ein neuer Scan mit passender Auflösung, mehr dazu unter Gescannte PDF verkleinern.
- Aufteilen, wenn mehrere E-Mails erlaubt sind: Mit PDF teilen verteilst du die Seiten auf mehrere Dateien. Wie groß jede Teildatei wird, hängt von ihren Seiten ab.
- ZIP nur mit Bedacht: Eine bereits gut komprimierte PDF wird im ZIP-Archiv oft kaum kleiner, und manche Empfänger nehmen keine ZIP-Dateien an.
- PDF bleibt PDF: Erwartet der Empfänger eine PDF, schick die Seiten nicht als JPG-Bilder.
Wird die Datei beim Komprimieren gar nicht oder kaum kleiner, findest du die typischen Ursachen unter PDF wird nicht kleiner.
Vor dem Senden prüfen
Bevor du auf Senden klickst, lohnt sich ein letzter Durchgang mit genau der Datei, die du anhängst.
- Öffne die gespeicherte PDF noch einmal: Sind alle Seiten da, in der richtigen Reihenfolge und überall lesbar?
- Häng genau die geprüfte Datei an, die deine Grenze einhält und gut lesbar ist. Das kann auch das unveränderte Original sein, wenn es die Grenze bereits einhält.
- Zähl alles mit: alle Anhänge und bei einer Nachrichtengrenze auch Text, Signatur und eingefügte Bilder.
- Bei einer Grenze für Anhänge wie bei privatem Gmail vergleichst du die gespeicherten Byte aller Anhänge zusammen. Ein Aufschlag für die Kodierung gehört hier nicht dazu.
- Bei einer Grenze für die ganze Nachricht vergleichst du die kodierten Anhänge plus Text, Kopfzeilen und MIME-Grenzen.
- Halte zusätzlich die Vorgabe des Empfängers ein, auch wenn dein eigenes Postfach mehr erlaubt.
Wenn die E-Mail zurückkommt
Lies die Fehlermeldung genau. Nennt sie eine Größe und sagt sie, ob die Grenze für Anhänge oder die ganze Nachricht gilt, rechne mit genau diesen Angaben neu. Prüf außerdem, welche Dateien tatsächlich angehängt waren. Bleibt unklar, was der Empfänger zulässt, frag nach einem Weg, den er akzeptiert, zum Beispiel einem Link oder mehreren E-Mails.